RV Stuttgart macht Tagesausflug nach Ulm

Am 7. Oktober 2026 trafen sich 21 Seniorinnen und Senioren des Regionalverbands Stuttgart am früheren Vormittag im Stuttgarter HBF zu einem Tagesausflug mit dem Zug nach Ulm. Die Hinfahrt verlief problemlos, so dass die gebuchte Stadtführung pünktlich um 11.00 Uhr beginnen konnte. In zwei Gruppen aufgeteilt erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine abwechslungsreiche höchst informative Altstadtführung durch die beiden Führerinnen Frau Musberg und Frau Meier-Braun.

Vom Hauptbahnhof Ulm ging es zunächst zum Münsterplatz. Es dürfte nicht allzu viele Plätze geben, wo mittelalterliche und zeitgenössische Baukunst so unmittelbar aufeinander treffen wie auf dem Ulmer Münsterplatz. Jahrhundertelang von der größten Bürgerkirche der Welt dominiert, wird er heute zusätzlich geprägt von modernster Architektur in Gestalt des Stadthauses von Richard Meier. Tradition und Moderne sind hier friedlich vereint.

Das Ulmer Münster trug den Titel als höchster Kirchturm der Welt für rund 135 Jahre. Diesen Tittel als insgesamt höchstes Kirchengebäude der Welt hat der Turm am 30. Oktober 2025 an die Sagrada Família in Barcelona verloren. Das Ulmer Münster bleibt aber weiterhin die höchste gotische Kirche der Welt. 

Beim anschließenden Rundgang im Ulmer Münster sah man zahlreiche bedeutende Kunstwerke verschiedener Epochen. Sie erzählen biblische Geschichten und Heiligenlegenden, sie zeugen vom Glauben der Stifter und Stifterinnen.

Im Münster gibt es vieles zu entdecken z.B. das Chorgestühl. Es stammt aus den Jahren 1469-1474. Die kunstvollen Schreinerarbeiten fertigte Jörg Syrlin, die lebensgroßen Büsten und Figuren schuf Michel Erhart. Sibyllen, Philosophen, biblische Gestalten und Heilige sind auf einer Männer- und einer Frauenseite dargestellt.

Auch die Glasfenster auf der Südseite sind etwas Besonderes. Sie wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Zwischen 1948 und 2018 wurden neue Fenster gestiftet. Darunter sind Werke bedeutender Glasmaler des 20. Jahrhunderts: Hans Gottfried von Stockhausen, Peter Valentin Feuerstein und Johannes Schreiter. Das letzte Fenster der Südseite ist das 2018 gestiftete Friedensfenster von Thomas Kuzio.

Die Stadtführung führte unsere Gruppe weiter zum Ulmer Rathaus. Die Geschichte des Rathauses geht zurück bis ins Jahr 1357. Damals diente das Gebäude in erster Linie als Kauf- und Warenhaus für den Handel mit Tüchern, Eisen, Salz oder Sattlerwaren. In Ulm wurde vor allem mit Barchent gehandelt – einem exklusiven Stoff aus Baumwolle und Leinen.

Dieses beeindruckende, historische Bauwerk wurde erst 1419  tatsächlich zum Rathaus. Üppige Wandmalereien verleihen ihm ein unverwechselbares Äußeres. Ein wahres Wunderwerk der Technik ist die 1520 auf der Ostseite installierte astronomische Uhr. Sie bildet mit fünf beweglichen Elementen den Verlauf der Sonne mit Auf- und Untergang, die Mondphase, Sonnen- und Mondfinsternis sowie die Tierkreiszeichen ab. Die astronomische Uhr spielt, wenn man so will, das komplette Himmelsszenario nach.

Eingerahmt von der modernen Architektur in Ulms „Neuer Mitte“ behauptet sich das Rathaus mit seinem historischen Anblick.

Vom Rathaus führte die Tour weiter zum Schwörhaus. Auf dem Balkon dieses Hauses legt der Oberbürgermeister jedes Jahr am Schwörmontag (am vorletzten Montag im Juli) im Rahmen der Schwörfeier der Bürgerschaft Rechenschaft ab und schwört anschließend, Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein, so wahr ihm Gott helfe.

Ein weiterer Höhepunkt mit unvergleichlichem Charme war das Ulmer Fischer- und Gerberviertel, in dem einst die Fischer und Gerber ihrem Handwerk nachgingen. Zwei Flussarme der Blau durchfließen das Viertel und münden schließlich in die Donau. Viele der malerischen Gebäude aus dem 15. bis 17. Jahrhundert stehen mit einem Teil ihres Fundaments direkt im Wasser. Weil der weiche Untergrund nachgab, senkten sie sich im Lauf der Zeit ab. Diese Schieflage verleiht dem Fischerviertel seinen typischen Charme. Hier befindet sich heute unter anderem das schiefste Hotel der Welt.

Dies waren nur einige Stationen dieser äußerst interessanten zweistündigen Stadtführung. Sie endete in diesem Handwerkerviertel am geschichtsträchtigen Gebäude der Gastwirt­schaft „Zur Lochmühle”, in dem sich die Gruppe im Biergarten bei herrlichem Spätsommerwetter stärkte.

Nach dem Mittagessen spazierten die Seniorinnen und Senioren des RV Stuttgart in Eigenregie entlang der Donau und durch die Ulmer Altstadt wieder zum Hauptbahnhof.

Zur Rückfahrt nach Stuttgart hatte man am Nachmittag eine Zugverbindung ausgewählt, die über die Neubaustrecke Ulm – Wendlingen führte, was ein weiteres Highlight bedeutete.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Ausflugs nach Ulm waren vom Erlebten beeindruckt.