Im Wonnemonat Mai hat der Seniorenverband Reutlingen mit 22 Teilnehmern seinen ersten Ausflug nach Calw und Hirsau unternommen. Über Pfullingen, Reutlingen und Metzingen ging es bei bedecktem Himmel Richtung Schwarzwald.
In Calw begann der Tag mit einer sehr eindrucksvollen Stadtführung mit vielen geschichtlichen Erläuterungen. Calw entstand im 11. Jahrhundert aus einer Siedlung um die Burg der Hirsauer Klostervögte. Heute ist es eine große Kreisstadt in der Region Nordschwarzwald. Jahrhunderte lang prägte das Wasser das Schicksal der Stadt Calw und ihrer Bewohner. Ihre Blütezeit erlebte sie durch Holz- und Flößerhandel im 15.–17. Jahrhundert sowie den Salzhandel die Tuchherstellung.
Natürlich nahm auch der berühmteste Sohn der Stadt, Hermann Hesse, der in Calw am 2. Juli 1877 geboren wurde, einen breiten Platz ein. Hesse wuchs in einer streng religiösen Familie auf. Seine Eltern waren Missionare, was seine Kindheit stark prägte. Er hatte Schwierigkeiten, sich an die Erwartungen seiner Familie und der Schule anzupassen. Später arbeitete er in Buchhandlungen und begann zu schreiben. Während des Ersten Weltkriegs setzte er sich für Frieden und Humanität ein, was ihm Kritik in Deutschland einbrachte. 1923 nahm er die Schweizer Staatsbürgerschaft an. 1946 erhielt Hesse den Nobelpreis für Literatur für sein Gesamtwerk. Er gilt als einer der wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts.
Zur Mittagszeit konnten sich die Teilnehmer mit einem Mittagessen im Wirtshaus zum Löwen in Hirsau stärken. Danach ging es zu Fuß zum nahegelegen Klostermuseum Hirsau, wo wir eine sehr kompetente Führung mit viel geschichtlichem Inhalt über das im 9. Jahrhundert gegründete Benediktinerkloster Hirsau erhielten.
Das Kloster spielte eine wichtige Rolle bei der sogenannten „Hirsauer Reform“, bei der die Klöster wieder strenger nach den Regeln des heiligen Benedikt lebten – mit mehr Gebet, Disziplin und Unabhängigkeit von weltlichen Herrschern. Von Hirsau aus verbreiteten sich diese Reformen in viele andere Klöster Europas. Heute sind die beeindruckenden Ruinen eine bekannte Sehenswürdigkeit, welche Besucher aus aller Welt anzieht und ein wichtiges Denkmal der mittelalterlichen Geschichte.
Auf dem Heimweg ließ man den Tag im Gasthof Adler in Sickenhausen bei einem gemütlichen Abendessen und angeregten Gesprächen ausklingen.

