23 gut gelaunte Seniorinnen und Senioren des Regionalverbands Stuttgart trafen am 16. April 2026 im Besucherzentrum „Skyland“ im Terminal 3 auf ihre Führerin, um den größten Flughafen des Landes vor und hinter den Kulissen näher kennenzulernen. Ebenso gut gelaunt führte Frau Schleehuber vom „STR“ die Gruppe dann in knapp drei Stunden durch die Terminals 3 und 4 und über das Flughafengelände. Dazu gehörten auch eine Vorfeldrundfahrt, ein Besuch bei der Flughafenfeuerwehr sowie ein Einblick in die Gepäckabteilung.
Zunächst bekam die Gruppe einen kurzen Info-Film zur Geschichte und den wesentlichen Fakten zu sehen. Der Flughafen fand seinen Platz erst 1939 auf den Fildern bei Echterdingen – nach vorherigen Stationen auf dem Cannstatter Wasen und in Böblingen. Auch die Hinwendung zum „Fairport“ wurde filmisch kurz vorgestellt: Der Flughafen will sich zu einem der leistungsstärksten, aber trotzdem nachhaltigen und klimaschonenden Airport entwickeln.
Der Stuttgarter Flughafen ist ein „Single Runway Airport“. Das heißt, auf der einzigen Bahn starten und landen alle Flugzeuge, große Jets wie kleine Privatflugzeuge. Dabei hinterlassen die Flugzeuge jährlich 6 Tonnen Gummiabrieb, der regelmäßig entfernt und zu Granulat weiterverarbeitet wird. Tatsächlich kann in Stuttgart auch jedes Flugzeug auf dieser 3,345 km langen Bahn landen, egal wie groß und schwer. Für den Flugverkehr gibt es in Stuttgart eine Nachtflugbeschränkung von 23:00 – 06:00 Uhr für Starts und von 23:30 Uhr – 06:00 Uhr für Landungen. Im Notfall und durch das Militär darf jedoch auch nachts in Stuttgart gelandet werden.
Eine Besonderheit in Stuttgart ist, dass der Tower auf die dem Flughafengebäude gegenüberliegende Seite der Rollbahn verlegt wurde. Davor mussten die Fluglotsen von dem nach Süden ausgerichteten Tower auf dem Flughafengebäude den ganzen Tag bei ihrer Arbeit in die Sonne schauen, was die Sicht erheblich gehindert hatte.
Nach dem Faktencheck und einigen Sicherheitshinweisen – spitze Gegenstände durften nicht mit auf die Tour – startete der Rundgang im Terminal 3. Dort erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, was den Fluggast beim Einchecken erwartet. Auch hier steht mittlerweile das Selbsteinchecken im Vordergrund. Wenigflieger tun sicher gut daran, sich damit rechtzeitig vor dem Abflug im Internet vertraut zu machen. Damit auch die Koffer beim richtigen Flughafen ankommen, sollten unbedingt alle Aufkleber und Markierungen von früheren Flügen entfernt werden – so ein dringender Ratschlag von Frau Schleehuber. Das verringere die Gefahr, dass der Koffer in ein falsches Flugzeug geladen wird.
Weiter ging es für die Gruppe durch das nur noch in Stoß-, also zu Ferienzeiten genutzte Terminal 4 zu dem Gate, durch das alle innerhalb des Sicherheitsbereichs des Flughafens arbeitenden Menschen einschließlich der Crews der Flugzeuge an ihren Arbeitsplatz gelangen. Entsprechend aufwendig und gründlich wurde stichprobenweise geprüft. Für manchen Teilnehmer und manche Teilnehmerin der Seniorengruppe dauerte der Weg durch die Schleuse dadurch etwas länger, bis endlich der Innenbereich erreicht war.
Mit einem der ausschließlich elektrischen Busse ging es dann direkt aufs Vorfeld – immer der genauen festgelegten Route nach an den parkenden Flugzeugen entlang. Ganz nah konnte beobachtet werden, welche Arbeiten während der kurzen Standzeit der Flugzeuge ausgeführt werden müssen. Beeindruckend, wie alles wie am Schnürchen erledigt wird: Ab- und Hintransport der Passagiere, Gepäck aus- und einladen, Lebensmittel für das Catering einladen, Reinigung der Flugzeuge, Tanken, Sicherheitschecks.
Weiter ging es an drei riesigen Tanks vorbei, in denen 1,5 Millionen Liter Kerosin gelagert sind. Auf der Fahrt Richtung Feuerwehr erläuterte Frau Schleehuber die Gebäude und Flugzeuge jenseits der Start- und Landebahn: Die DHL hat dort ihren Umschlagplatz, die US-Base, die Landespolizei mit fünf Helikoptern und die Hundezwinger des Zolls haben dort ihren Platz. Auf den riesigen Grünflächen auf dem Flughafengelände haben auch mehrere Bienenvölker ihren Standort. Der produzierte Honig ist schadstofffrei, das wird regelmäßig von der Uni Hohenheim kontrolliert und bestätigt.
Unterdessen ging es auf dem Rollfeld geschäftig zu. Alle paar Minuten landete ein Flieger oder hob ab. Vor der Besichtigung der etwas außerhalb und auf Höhe des Beginns der Rollbahn gelegenen Feuerwache durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ziemlich nah an der Start- und Landebahn den ankommenden und abfliegenden Flugzeugen zuschauen und den Sound der Maschinen erleben. Tatsächlich waren die kleinen Flugzeuge wesentlich lauter zu hören als die großen Flieger.
Bei dem einen oder anderen kam ein wenig Fernweh auf…. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer winkten einem zum Startplatz rollenden Flugzeug zu und tatsächlich – der Pilot winkte zurück!
Die Feuerwache beeindruckte mit ihrer außergewöhnlichen Fahrzeugflotte. Für einen Notfall mit Flugzeug und Passagieren werden doch auch spezielle Ausrüstung und spezielle Fahrzeuge gebraucht. Bei Bedarf wird die Werksfeuerwehr von der Werksfeuerwehr der nahegelegenen Messe unterstützt und umgekehrt.
Am Ende der Tour durch den Flughafen steuerte Frau Schleehuber noch die Gepäckabteilung an, wo in Spitzenzeiten 2700 Gepäckstücke pro Stunde durchgeschleust werden. Jeder Mitarbeiter der Gepäckabteilung bewegt pro Tag ca 24 Tonnen Gepäcktücke. Ein Knochenjob!
Eine weitere beeindruckende Zahl: Auf dem Flughafen arbeiten insgesamt 11.000 Menschen. Arbeitgeber sind der Flughafen selbst sowie 300 Fremdfirmen, die für Sicherheit, Reinigung, Verwaltung, Versorgung und vieles mehr zum Wohl der ankommenden und abreisenden Passagiere (9,6 Mio. in 2025) und der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf dem Flughafengelände sorgen.
Die Seniorinnen und Senioren waren sich einig: Eine Führung über den Stuttgarter Flughafen lohnt sich! Unser Dank gilt Frau Schleehuber für die tolle Führung.









