In Ulm trifft Mittelalter auf Moderne

An einem hochsommerlichen Tag im Mai traf sich eine unternehmungslustige Gruppe des Regionalverbands Geislingen um mit dem Zug nach Ulm zu fahren. Bei Ankunft stellte man fest, dass nicht nur der Hauptbahnhof in der Landeshauptstadt Stuttgart, sondern auch der Ulmer Hauptbahnhof eine große Baustelle ist. Zügig ging es durch die Fußgängerzone Hirschstraße in Richtung Münsterplatz, wo uns die Stadtführerin Martha Weggenmann schon erwartete. Wie sich herausstellte war unsere Stadtführerin von Beruf Architektin und damit perfekt für das Thema der Stadtführung „Mittelalter trifft Moderne“. Ulm hat eine interessante Baugeschichte von der mittelalterlichen freien Reichsstadt bis in die moderne Neuzeit.

Das markante weiße Stadthaus auf dem Münsterplatz, geplant von dem New Yorker Stararchitekten Richard Meier wurde 1993 eröffnet, blieb von der Bevölkerung lange umstritten. Im Jahre 2019 wurde das Stadthaus unter Denkmalschutz gestellt und erhielt den Status eines Kulturdenkmals. Der Bau des Stadthauses kann als Beginn der Gestaltung der sogenannten „Neuen Mitte“ bezeichnet werden. In kurzer Entfernung liegt der sogenannte Neue Bau, der Ende des 16. Jahrhunderts aus Sichtbackstein errichtet wurde und früher als Lagerhaus für Getreide diente. Heute ist das Gebäude Sitz des Polizeipräsidiums Ulm. Weiter ging es durch das Gerber- und Fischerviertel, wo sich auch das Hotel Schiefes Haus befindet. Die historischen Fachwerkhäuser stehen teils mit ihren Fundamenten direkt am Wasser. Auch die vielen kleinen Brücken und gemütliche Cafés vermitteln eine Atmosphäre wie „Klein-Venedig“. Über die historische Stadtmauer aus dem 15.Jahrhundert ging es weiter, vorbei am schiefen Metzgerturm hin zur modernen Stadtbibliothek, ein futuristischer Glaspyramidenbau, eröffnet 2004. Daneben das wohl herausragendste Baudenkmal der Stadt – das Ulmer Rathaus aus der Frührenaissance. Prächtige Fassadenmalereien machen das Rathaus zu einem begehrten Fotomotiv. Ein wahres Wunderwerk der Technik ist die astronomische Uhr mit kunstvollen Tierkreiszeichen.

Zur Mittagszeit kehrten die Ausflügler im urigen Brauhaus Barfüßer zu einem guten Mittagessen ein.  Bevor es am Nachmittag wieder mit dem Zug nach Hause ging, wurde noch die Fußgängerzone erkundet oder ein leckeres Eis oder Kaffee über den Dächern von Ulm mit Blick auf das Ulmer Münster genossen. Es war wieder ein schöner und erlebnisreicher Ausflug.