Wir alle kennen sie, die Feuerwehrautos. Hören tun wir sie schon sehr früh, dass Martinshorn verrät, das sie unterwegs sind, sehen tun wir sie erst sehr spät.
Der RV Esslingen hatte jetzt die Gelegenheit zu einem Blick hinter die Kulissen der Hauptfeuerwache in Esslingen. Unter der Leitung von Brandamtmann Roland Reutter, dem Sachgebietsleiter Fahrzeug- und Gerätetechnik bei der Esslinger Feuerwehr, wurden wir zuerst mit der Organisation „Feuerwehr“ vertraut gemacht.
Die Esslinger Feuerwehr besteht aus 7 Abteilungen: Der Abteilung Hauptamt und den Abteilungen in Berkheim, Hegensberg, Sirnau, Sulzgries, Wäldenbronn und Zell mit insgesamt 300 Einsatzkräften. In der Hauptwache Pulverwiesen sind 55 Berufs-Feuerwehr-Mitarbeiter und 71 ehrenamtliche Einsatzkräfte tätig. Von den Berufsfeuerwehr-Mitarbeitern sind 10 immer für 24 Stunden im Dienst.
Die Berufsfeuerwehrmänner und -frauen haben alle eine abgeschlossene Berufsausbildung und können somit fast alle Wartungstätigkeiten an den KFZ/LKWs und den anderen Gerätschaften, wie z.B. Motoren von Kompressoren, Stromerzeuger, Feuerlöscher, Atemgeräte und sonstiges Gerät, selbst erledigen und reparieren.
Die Feuerwehr Esslingen ist für den gesamten Landkreis mit Ihren Spezialfahrzeugen zuständig, das bedeutet für 44 Gemeinden oder 540.000 Einwohner. 81 Feuerwehren und 5 Werksfeuerwehren, dazu kommen noch die A8, der Flughafen, die Messe, die Bahnstrecken, das S/U-Bahn-Netz, div. Tunnel, der Neckar, div. Badeseen, die Schwäbische Alb und ihre Kletterfelsen…so könnten wir die Liste weiterführen. Interessant ist auch noch, dass das Esslinger Feuerwehrhauptamt noch die Interne Leitstelle unter sich hat, auch „ILSE“ genannt, die für die Organisation aller Rettungseinsätze in Höhlen in ganz Baden-Württemberg zuständig ist.
All diese Verantwortlichkeiten bedeuten aber auch eine ständige Weiterbildung der Feuerwehrleute. In einem Raum im Obergeschoss standen mehrere Modell-Module, die diverse Straßenszenarien mit Modellbauhäusern von Faller, Märklin-Waggons und Wiking-Autos darstellten und an denen mögliche Einsatzprobleme und Vorgehensweisen, z.B. in engen Straßenzügen, anschaulich besprochen werden können. Hier wird also am Modell trainiert, was später in der Praxis alles passieren kann und wie man dagegen angehen muss.
Neben den Wartungsräumen wurde uns auch eine Waschanlage für Anzüge, die bei Chemie-Einsätzen getragen werden, gezeigt. Diese Prozedur dauert 24 Stunden, bei der die Anzüge gewaschen, gereinigt, desinfiziert und getrocknet werden.
Als wir dann in der Fahrzeughalle waren, mussten wir einen Schritt zur Seite treten, denn ein Licht leuchtete, keine Klingel oder Hupe ertönte, bei Herrn Reutter summte und vibrierte das Handy: es gab einen Alarm und zwei Fahrzeuge rückten aus. Dieser Vorgang wiederholte sich dann noch einmal, so konnten wir während unseres Rundgangs zwischen den Fahrzeugen live erleben, wie unsere Feuerwehr zu Einsätzen aufbricht.
Es war ein sehr erlebnisreicher und informativer Nachmittag, dafür möchten wir Herrn Reutter ganz herzlich danken. Er hat geduldig alle unsere Fragen beantwortet. Wir haben jetzt nach unserem Besuch durch die zahlreichen Informationen einen erweiterten Blick auf die Arbeit unserer Esslinger Feuerwehr gewonnen.
Diese Feuerwehrleute verdienen unseren allergrößten Respekt und Dank für Ihren zum Wohle aller Esslinger geleisteten Dienst. Es ist für uns unverständlich, dass diese Lebensretter bei Ihrer Arbeit immer wieder behindert und angegriffen werden.
Text u. Foto: Michael Wicke

