Das war das Thema in der Septembersitzung des Regionalverbandes Freudenstadt und Umgebung. Christoph Jungkurth hat seit über zwei Jahren eine Erdwärme-Wärmepumpe und seit über einem Jahr eine Luft/Wasserwärmepumpe zur Beheizung der vier Wohnungen in seinem Haus in Betrieb. Er berichtete vor einem großen Kreis von Interessierten über Bau, Betrieb und Kosten.
Das Haus, über 100 Jahre alt, mit nicht optimaler Wärmedämmung (Stufe F von A-H lt. Energieausweis) und „normalen“ Konvektionsheizkörpern, also ohne Fußbodenheizung, wurde bisher mit 3 Erdgas-Thermen in den einzelnen Wohnungen beheizt. Eine der Thermen war reparaturbedürftig, die „große“ Therme für 2 Wohnungen war 29 Jahre alt, die dritte war eine moderne „Brennwert“-Therme.
Im ersten Schritt wurde für drei Wohnungen eine Erdwärme-Wärmepumpe eingebaut. Die vierte Wohnung bekam dann ein Jahr später eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Anhand von Bildern konnte man den Bauaufwand, aber auch den Installationsaufwand für die zwei unterschiedlichen Heizungstypen erkennen. Die „Heizraum-Installation“ für die Erdwärmepumpe ist erheblich übersichtlicher. Von der Bohrung ist nach Abschluss der Arbeiten draußen nichts mehr zu sehen und im Heizraum befindet sich nur der Kühlschrankgroße Block der Heizanlage sowie die vorhandene Verteilungsverrohrung mit dem Ausgleichsbehälter. Im „Heizraum“ (hier das Badezimmer) der L/W-Wärmepumpe hängt zusätzlich dazu noch ein großer 100 l-Energiespeicher, der erforderlich ist, um bei entsprechender Witterung das frostgefährdete Außengerät anzuwärmen. Dieses Bauteil wird in den Bildern der Herstellerprospekte gern unterschlagen.
Der Genehmigungsprozess – bei der großen Bohrtiefe mit Freigabe durch das Geologische Landesamt – und die Förderantragsbearbeitung lief – auch Dank der Unterstützung der örtlich „amtsbekannten“ Ausführungsfirmen – problemlos und schnell. Die Bauausführung verzögerte sich durch die Auslastung der Bohrfirma ein wenig, aber 14 Monate nach Einreichung des Genehmigungsantrags ging die Heizung in Betrieb. Kosten: 30.000 € Bohrung, 30.000 € Heizung incl. Installationsarbeiten und Entsorgung der alten Heizungen. Förderung: 40%, also 24.000 €!
Die ein Jahr später gebaute L/W-Wärmepumpe kostete mit allen Installationsarbeiten ebenfalls 30.000 €, dafür gab es dann allerdings nur noch 22% Förderung. Zum Betrieb gibt es nichts zu berichten: die Heizung läuft einfach. Das Betriebssystem braucht ein regelmäßiges Update, Wasser im Heizkreislauf muss ggf. ergänzt werden und die Heizung macht die Räume so warm, wie es der Nutzer will. Jedenfalls bis 22 Grad, darunter regelbar an den Heizkörperventilen. Der Unterschied zur „normalen“ Heizung: durch die geringere Vorlauftemperatur fühlt sich der Heizkörper nicht so warm an, und die Aufheizzeit ist länger. Eine Nachtabsenkung, die sich im Übrigen nach aktuellem Beurteilungsstand wegen des erhöhten Wiederaufheizbedarfs der Wände auch bei konventioneller Heizung sowieso nicht lohnt, ist deshalb nicht sinnvoll.
Ergebnis: es ist warm. Allerdings, die Behaglichkeit, also die „Kuscheligkeit“ von 25 Grad abends vor dem Fernseher, ist dann doch nur mit zusätzlichem Kaminofenfeuer zu erreichen.
Kosten: Die Baukosten sind ja oben erwähnt, die Förderung ebenfalls. Im Betrieb zahlt sich der Wärmepumpen-Effekt aus. Aus einer Kilowattstunde bezogener elektrischer Energie gewinnt die Wärmepumpe mehr als das dreifache an Wärmeenergie, belegt mit Messwerten am Stromzähler und Messwerten aus den Wärmemengenzählern der Wohnungen. Die letzte monatliche Gasvorauszahlung für die eine große Wohnung betrug 200 €, bei der Heizkostenabrechnung nach einem Jahr Wärmepumpenbetrieb ergab sich ein monatlicher Betrag von 110 €. Fazit: Ökologisch und ökonomisch die richtige Entscheidung.
Und in Bezug auf die Zukunftssicherheit: Mit der Wärmepumpe sind wir unabhängig von den weltwirtschaftlichen Kapriolen bei Öl- und Gasversorgung und -preisen, wir müssen uns keine Gedanken um die Abschaltung des Erdgasnetzes machen, wir brauchen keine Heizölbevorratung und schließlich unterliegen wir nicht der steigenden CO2-Bepreisung.
Und gerade bei den Hausbesitzern unter uns: Die Frage „Lohnt sich das für uns noch?“ Unbedingt. Auch wenn wir die Amortisatiionszeit vielleicht nicht mehr überleben, beim Verkaufen oder Vererben ist die aktuell beste und sicherste Heizung ein wertgebendes Element!
Das aktuelle Thema „Kühlen mit der Wärmepumpenheizung“: Das geht mit Konvektionsheizkörpern gar nicht. Kalte Heizkörper bewirken keine Konvektionsströmung und Luftabkühlung ohne Zwangsbelüftung führt zum Anstieg der Luftfeuchtigkeit im Raum.
Und ein Nachtrag: Ja, wir haben eine PV-Anlage auf dem Dach. Aber für die Wärmepumpenheizung spielt das eine untergeordnete Rolle. Heizstrom braucht man gerade dann, wenn die PV-Anlage Pause hat. Weil die Sonne nicht scheint oder die PV-Flächen verschneit sind. PV-Strom nutzt man effektiv durch das zeitlich richtige Anschalten der steuerbaren Verbraucher.

