dbb Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2026 Geyer fordert Bündnis für einen starken Staat

„Dass laut aktueller dbb Bürgerbefragung nur noch 17 Prozent der Bevölkerung den deutschen Staat für handlungsfähig halten, ist eine Katastrophe und nicht hinnehm-bar“, erklärte der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer am 30. Juli 2026 in Berlin. „Ich fordere die Politik auf, ein breites Bündnis mit den relevanten gesellschaftlichen Gruppen, mit Wirtschaft, öffentlichem Dienst und Gewerkschaften zu schließen, um bei den wichtigsten Themen endlich voranzukommen.“

Zusammenfassung der Bürgerbefragung 2026

Das Vertrauen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger in die Handlungsfähigkeit des Staates ist in diesem Jahr auf einen neuen Tiefststand gesunken: Weniger als ein Fünftel der Bundesbürger hält den Staat derzeit für in der Lage, seine Aufgaben zu erfüllen, während vier von fünf ihn als überfordert ansehen. Als größte Problemfelder werden dabei zunehmend die sozialen Sicherungssysteme und die Rente sowie die Wirtschafts- und Finanzpolitik gesehen, während die Asyl- und Flüchtlingspolitik deutlich an Bedeutung verloren hat.

Kritischer als noch im Vorjahr wird auch die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes bewertet, von der nun eine knappe Mehrheit meint, dass sie gegenüber den letzten Jahren geringer geworden sei. Die wichtigsten Forderungen nach Verbesserung bleiben bei den Bürgern eine Verringerung und Vereinfachung der vielen Vor-schriften sowie eine deutliche Verkürzung der Bearbeitungszeiten. Zugenommen hat gegenüber dem Vorjahr der Wunsch nach mehr digitalen Behördenleistungen.

Von der Digitalisierung erhofft sich eine knappe Mehrheit eine Verbesserung der staatlichen Leistungsfähigkeit, der aktuelle Stand der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung wird allerdings eher verhalten beurteilt. Als Hauptgründe für die schleppende Digitalisierung werden von den Bürgern vor allem eine mangelnde Kooperation zwischen den föderalen Ebenen und zu hohe Datenschutzanforderungen vermutet. Dem neuen Digitalministerium traut bislang nur ein Fünftel zu, in den nächsten Jahren spürbare Fortschritte bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu erzielen.

Bei der Bewertung einzelner öffentlicher Einrichtungen schneiden Straßenreinigung und Müllabfuhr sowie Bibliotheken und Museen weiterhin am besten, Landes- und vor allem Bundesministerien hingegen am schlechtesten ab.

Das Beamtenbild bleibt geprägt von positiven Zuschreibungen wie verantwortungsbewusst, pflichtbewusst und zuverlässig, wobei die positiven Eigenschaften tendenziell seltener genannt werden als im Vorjahr. Im Ansehen der Berufe führen weiterhin Feuerwehrleute, Pflegekräfte und Ärzte die Liste des „Berufs-Rankings“ an, während Politiker, Versicherungsvertreter und Mitarbeiter von Werbeagenturen am unteren Ende rangieren.
Unter den verschiedenen Aufgaben des Staates haben die Reform und Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme, die Sicherung von Wirtschaftswachstum und Ar-beitsplätzen sowie die Verbesserung der Infra- und Verkehrsstruktur für die Bürger die höchste Priorität. Zugleich wird die Bewältigung gerade dieser drei Aufgabenbe-reiche durch den Staat von den Bürgerinnen und Bürgern als besonders unzureichend bewertet.

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